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Berlin und das DDA-Monitoring häufiger Arten

Für Berlin gibt es 30 definierte Probeflächen, wovon 2 bundesbezogen und weitere 28 länderbezogen ausgewertet werden. Aktuell ist eine Probefläche im Spandauer Forst neu zu besetzten.

Wofür das alles?

Vögel als Indikatoren eignen sich vor allem für zwei Fragestellungen:

die Beurteilung der ökologischen Wertigkeit von Gebieten und
für die Beobachtung von Veränderungen von Ökosystemen (hervorgerufen durch natürliche Prozesse, durch Landnutzung oder Pflegemaßnahmen des Naturschutzes).

Das Langzeitmonitoring ist nur durch ehrenamtliches Engagement möglich, es wird durch den Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) koordiniert und gemeinsam mit seinen regionalen Mitgliedsverbänden organisiert.

Das jetzige DDA-Programm zur Brutvogelerfassung in der Normallandschaft ist 2004 angelaufen und damit längst etabliert. Repräsentative und nunmehr festgelegte Probeflächen wurden seinerzeit vom Statistischen Bundesamt nach einem definierten Verfahren „ausgewürfelt“. Über Untersuchungsgebiete, Erfassungsmethode und erste Ergebnisse wird in einem Beitrag der VOGELWELT 126 (2005) ausführlich berichtet (pdf-Download) .Um die Ergebnisse „alter Programme“ in künftige Auswertungen einbinden zu können, wurden die "alten Methoden" (siehe unten) auf selbst gewählten Probeflächen noch bis 2010 weitergeführt.  

Wie können Sie mitmachen?

Das Monitoring-Programm ist dauerhaft angelegt. Freie  Flächen in Berlin finden Sie auf dieser Website in der Unter-Rubrik Gebiete. Außerdem können Sie nach weiteren Gebieten interaktiv auf der DDA-Website recherchieren. Alle  Berliner Gebiete sind momentan besetzt, aber das kann sich auch mal sehr schnell ändern . Bewerben Sie sich beim Koordinator: Johannes Schwarz.  Ab 2011 unterstützt der Berliner Senat das Projekt mit einer Aufwandsentschädigung von 200 Euro je Fläche und Jahr.

Gut zu wissen: 

Die Termine sind innerhalb großer Intervalle frei wählbar, beginnend mit dem 10-31. März. Die Flächen sind einheitlich 100 ha quadratisch groß. In jeder Fläche wird viermal im Jahr eine Linienkartierung auf einer Strecke von 3 bis 4 km Länge durchgeführt. Dabei werden Vögel mit revieranzeigendem Verhalten mit Symbolen in eine Feldkarte angetragen. Die Beobachtungen werden in Artkarten übertragen, woraus eine Revierzahl entlang der Begehungsroute ermittelt wird. Der DDA informiert über alle Aspekte der Methode.

 

Alte Erfassungsmethoden

Erfassungen auf Basis von Punktstoppzählungen und Revierkartierungen sind mit dem Brutjahr 2010 beendet worden. Ein Gesamtüberblick über dessen Ergebnisse wird vom DDA vorbereitet. Viele BOA-Mitglieder haben an beiden Programmen jahrelang mitgewirkt.

Revierkartierung

Mit der Revierkartierung werden absolute Bestandszahlen aller Vogelarten einer Fläche direkt erfasst. Der Aufwand ist hoch, obwohl die Probeflächen relativ klein sind (von  ca. 30 ha in strukturreichen bis 150 ha in einförmigen Landschaften)  Während 6 bis 10 Begehungen in einem Untersuchungsgebiet werden alle Vögel mit revieranzeigendem Verhalten mit Symbolen in Feldkarten eingetragen. Die Feldkarten werden in Artkarten übertragen, woraus „Papierreviere“ gebildet werden und eine Siedlungsdichte berechnet wird.

Punkt-Stopp-Zählung

Die Punkt-Stopp-Zählung ist eine vergleichsweise einfache und wenig zeitintensive Erfassungsmethode. Sie liefert allerdings nur Relativdaten, die für Vergleichszwecke Verwendung finden können. Auf einer Zählroute von (10-) 20 Stopps in Abständen von mindestens 300 m werden an 5 Terminen im Jahr an jedem Stopp exakt 5 Minuten lang alle wahrgenommenen Vögel gezählt. Die Route soll die betreffende Landschaft mit ihren Lebensräumen möglichst gut repräsentiert.

Die "alten" Methoden kamen ab 1989 für das Brutvogel-Monitoring häufiger Vogelarten standardmäßig zur Anwendung und wurden in einem mehrjährigen Überlappungszeitraum zwischen 2004 und 2010 durch das neue DDA-Monitoringprogramm häufiger Brutvogelarten in der Normallandschaft abgelöst.