Die BOA und ornitho.de
www.ornitho.de ist seit dem 1.11.2011 freigeschaltet. Wir rufen alle BOA-Mitglieder auf, diese bundesweite Internetplattform zur Eingabe und Verwaltung eigener Beobachtungen zu nutzen. Daten, die hier eingegeben werden, brauchen nicht separat an die BOA gemeldet werden, wenn Sie den Stichtag einhalten (Neu: 1x jährlich bis zum 31.1. des Folgejahres). Weitere Informationen zu Beobachtungsmeldungen
Amselsterben

Foto: Hans Schick
Wasservogelzählung-2011

Mitte September hat die neue Zählsaison begonnen. Trotzdem sind neue Zählerinnen und Zähler herzlich willkommen. Wir versuchen, ein geeignetes Zählgebiet für Sie zu finden. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei der Landeskoordinatorin.
Neu: Die Ergebnisse können direkt in ein Excel-Arbeitsblatt der bundesdeutschen Datenbank eingetragen werden. Mehr Infos zur Berliner Wasservogelzählung
BOB 2010 erschienen
mit Originalbeiträgen über Berliner Brutvögel: Silbermöwe, Sturmmöwe, Gebirgsstelze, Gebäudebrüter, Türkentaube. Zum Inhaltsverzeichnis. BOB bestellen
Birds and the City
Früher war die Amsel ein Waldvogel, jetzt zwitschert sie zwischen Hochhäusern. Weil viele Vögel auf dem Land keine geeigneten Nistplätze mehr finden, kommen sie in die Stadt.
Birdrace 2011
Der 7. Mai ist Tag der Vogelartenvielfalt - Anmeldung ab 9. April
Am ersten Samstag im Mai findet mittlerweile zum achten Mal das bundesweite Birdrace statt. Ziel der Veranstaltung ist es nicht, wissenschaftlich exakte Daten zur Verbreitung oder Bestandsentwicklung von Vogelarten zu sammeln. Vielmehr stehen der gemeinsame Spaß an der Vogelbeobachtung und die Begeisterung für die Vogelwelt im Vordergrund. Die vorab anzumeldenden Teams bestehen aus drei bis fünf Beobachtern.
Mithilfe der großen medialen Aufmerksamkeit, die der Beobachtungswettbewerb alljährlich hervorruft, wollen wir die breite Öffentlichkeit zudem auf die Vielfalt in der Vogelwelt und deren Erhaltung aufmerksam machen.
Das Foto zeigt das Berliner Team "Falkenberger Fluppis" aus dem Jahr 2008 beim Beobachten (bereitgestellt für die BOA-Website von Christopher König )
Die Artenvielfalt in der Vogelwelt hierzulande erkunden die Teams an diesem Tag intensiver als an jedem anderen im Jahr. Denn Ziel ist es, zwischen 0 und 24 Uhr so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Besonders dort, wo mehrere Teams antreten, ist eine exakte Festlegung des Beobachtungsgebiets aus Gründen der Vergleichbarkeit wichtig. Deshalb orientiert sich dieses in der Regel an der Grenze von (Land)Kreisen. Wenn einstmals weit verbreitete Arten wie Feldlerche oder Rebhuhn am Ende des Tages auf der Liste fehlen, dann lassen sich Forderungen etwa nach einer vielfältigeren Landschaft gut in die Öffentlichkeit transportieren. Selbstredend wird kein Kreis ein Artenschutzprogramm auflegen, um beim Birdrace besser abzuschneiden. Aber es wird dadurch einmal auf ganz andere Weise deutlich, dass unsere heimische Natur schleichend an Artenvielfalt verliert.
Das bundesweite Rennen erfreut sich jährlich einer wachsenden Beliebtheit. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 529 Beobachter in 135 Teams aus (fast) allen Bundesländern teil. Neun Teams gingen im Jahr 2010 in Berlin/Brandenburg an den Start. Damit liegen wir im direkten Vergleich mit den angrenzenden Nachbarländern auf einem guten zweiten Platz hinter den Niedersachsen mit insgesamt 15 Teams. Schaffen wir in diesem Jahr mehr? Der Termin Anfang Mai, wenn die meisten Zugvögel zurückgekehrt sind, lädt geradezu dazu ein, die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür im Rahmen eines solchen Events noch besser kennenzulernen. Durch die Begeisterung, die die Teilnahme am Birdrace bei allen Beobachtern hervorruft, lassen sich neue und vor allem junge Menschen für die Natur- und Vogelbeobachtung gewinnen. Frei nach dem Motto „Aus Spaß wird vielleicht irgendwann einmal Ernst" werden aus Birdracern aber möglicherweise auch einmal Mitarbeiter für die Erfassungs- und Monitoringprogramme der BOA. Das bundesweite Birdrace kann also auch auf lokaler und regionaler Ebene einen bedeutenden Gewinn für den Natur- und Artenschutz erwirken.
Spendenrennen für ornitho.de
Ohne Frage ist das wichtigste Ziel aller Teams, am 7. Mai möglichst viele Vogelarten zu entdecken und mit Freunden einen spannenden Tag voller interessanter Erlebnisse zu verbringen. Alle Teams sind jedoch auch dazu aufgerufen, Spenden für ein jährlich festgelegtes Projekt zu sammeln (keine Teilnahmevoraussetzung). Neben den Siegern im „Artenrennen“ wird es somit auch Sieger im „Spendenrennen“ geben. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung des DDA fließen die Spendeneinnahmen in diesem Jahr wieder in das Projekt ornitho.de, und zwar in den Unterhalt für das erste Jahr sowie die Weiterentwicklung. Die Birdracerinnen und Birdracer des Jahres 2010 können stolz auf das Erreichte sein, denn durch ihre Spenden leisteten sie einen wichtigen Beitrag zum Aufbau des Portals in Deutschland, das in Kürze seine virtuellen Pforten öffnen wird.
Alle Informationen rund um das Birdrace, einschließlich der Ergebnisse aller Teams aus den Vorjahren, finden sich im Internet unter www.dda-web.de/birdrace. Die Anmeldung ist ab dem 9. April möglich.
Download BOB-Artikel
Die Liste der als Download verfügbaren Originalbeiträge wurde um die Jahrgänge 1998 bis 1991 erweitert. Damit können Sie bis zurück zum Erscheinungsbeginn des BOB digital recherchieren. Für die aufwändige Digitalisierung danken wir unserem langjährigen BOB-Redakteur Winfried Otto. Zum BOB-Inhaltsverzeichnis
Silbermöwe als Brutvogel in Berlin
alle Fotos: Frank KülskeDer Nachweis erfolgte eher zufällig. Der NABU wurde über zwei flugunfähige Vögel im Bereich des S-Bahnhofs Friedrichstraße informiert, die später als eben flügge Silbermöwen bestimmt wurden. Der Verdacht, dass die Tiere in der Nähe erbrütet wurden, lag nahe. Brutplätze entlang der innerstädtisch verbauten Spree erschienen kaum denkbar. Daher konzentrierten sich die Ornithologen bei ihrer Suche nach Nistplätzen auf nahe gelegene Flachdächer. Am 14.7. wurden die beiden Jungvögel auf dem Kiesdach des Friedrich Carré wieder ausgesetzt.
Beim Absuchen der Umgebung wurde als vermutlicher Brutplatz ein Gebäude des Bundestages, unmittelbar an der Straße Unter den Linden, ausgemacht. Einen Tag nach dem Freilassen der Jungvögel wurde in Begleitung von Mitarbeitern der Hausverwaltung und der Bundestagspolizei die Nachsuche auf dem Dach dieses Gebäudes ermöglicht und hier gleich drei Nester gefunden. Die neue Berliner Brutvogelart mit dem bemerkenswerten Brutplatz ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie flexibel und dynamisch Vögel auf angebotene Bedingungen reagieren.
Die Silbermöwe
Ursprünglich an den Meeresküsten verbreitet, treten seit den siebziger Jahren immer häufiger Silbermöwen während der Brutzeit im Binnenland auf. Als Ursachen werden die Zunahme der Nord- und Ostseepopulation, die Intensivierung der Karpfenmast in den Teichgebieten und die Ausdehnung großer offener Müllkippen zu dieser Zeit angesehen. In Brandenburg datiert der erste Brutverdacht aus dem Jahr 1966, 1981 wurde der erste Brutnachweis erbracht. Inzwischen nisten jährlich bis zu 200 Brutpaare in Brandenburg, bevorzugt an den großen Teichgebieten sowie Tagebauseen.
Eine ausgewachsene Silbermöwe kann bis 60 cm groß werden und eine Flügelspannweite von etwa 145 cm erreichen. Sie wiegt bis zu 1,5 kg. Das Gefieder ist weiß, die Flügeloberseite hellgrau und die Flügelspitzen sind schwarz gefärbt. Der kräftige Schnabel ist gelb und hat unten vorne einen roten Fleck. Die Augen sind ebenfalls wie der Schnabel gelb gefärbt. Die Beine haben eine rosa Färbung. Die Jungen sind erst nach vier Lebensjahren ausgefärbt. Weibchen und Männchen unterscheiden sich nicht in der Gefiederfärbung.
Ihr Ruf klingt in etwa wie "kiu" oder "ka". In ihrem stimmlichen Repertoire hat die Silbermöwe aber auch jaulende und miauende Laute. Jungmöwen machen sich durch 'erbärmlich' wimmerndes Pfeifen bemerkbar. Wie Ringfunde und Ablesungen beringter Tiere zeigen, können Silbermöwen über 20, in einzelnen Fällen sogar über 30 Jahre alt werden. Eine in den Niederlanden beringte Möwe erreichte ein Alter von 34 Jahren und neun Monaten, eine in Deutschland beringte Möwe war 30 Jahre alt.
Systematik
Zudem gehört die Silbermöwe, wissenschaftlich Larus argentatus, zu den großen Herausforderungen in der Vogelbestimmung. In den achtziger Jahren wurden auf Grund neuer Forschungen über die Systematik der Großmöwen neben der Silbermöwe die Weißkopfmöwe Larus cachinnans beschrieben. Seit 2000 ist bekannt, das es sich auch bei der Weißkopfmöwe um zwei Arten handelt, die östlich verbreitete Steppenmöwe Larus cachinnans sowie die Mittelmeermöwe Larus michahellis. Die späte Erkenntnis, dass es sich bei ursprünglich einer Art um drei Arten handelt zeigt, wie diffizil die Unterscheidungsmerkmale sind, vor allem bei noch nicht das Alterskleid tragenden Vögeln.
Inzwischen kann man an Berliner Gewässern ganzjährig, aber vor allem im Winter Großmöwen beobachten.
Der letzte Nachweis einer neuen Brutvogelart in Berlin datiert aus dem Jahr 2005. Auch hier war es eine Möwenart und zwar die deutlich kleinere Sturmmöwe, die seitdem regelmäßig als Brutvogelart entlang der Spree im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain auftritt.


